PLUS1: MAUERN. POSITIONEN GEGEN DIE EUROPÄISCHE ABSCHOTTUNG

Thu 11.05 - 19:30 // PANEL // ACUD STUDIO
PLUS1: MAUERN. POSITIONEN GEGEN DIE EUROPÄISCHE ABSCHOTTUNG

Eine Abendveranstaltung der Kampagne Plus1 mit:
 
JANA CZIERNOCH [SOS MEDITERRANEE]
CARSTEN GERICKE [ECCHR – European Center for Constitutional and Human Rights]
AXEL GRAFMANNS [Sea-Watch]
ALEXANDER HOF [Jugend Rettet e.V.]
RAMONA LENZ [medico international]
 
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ABOUT
 
Als der US Präsident Donald Trump Anfang März anfing, seine Ankündigungen aus dem Wahlkampf umzusetzen, war die internationale Empörung groß. Zu Recht sorgen seine Pläne, eine 1.600 Kilometer lange Mauer an der Grenze zu Mexiko bauen zu lassen, und einen Einreisestopp für Staatsangehörige aus sieben Ländern mit überwiegend muslimischer Bevölkerung zu verhängen, weltweit für Empörung.
 
Wenn es um die eigene Mauer geht, nämlich das Mittelmeer, bleibt es in Europa jedoch verdächtig still. Mehr als 180.000 Menschen sind im vergangenen Jahr unter Lebensgefahr über das zentrale Mittelmeer nach Europa geflohen. Die europäische Union versucht, die Flucht und Migration mit allen Mitteln abzuwehren und nimmt dabei den Tod von Tausenden bewusst in Kauf. Ungefähr 4.500 Menschen sind im Jahr 2016 bei ihrer Flucht über das Mittelmeer umgekommen, bereits in den ersten drei Monaten dieses Jahres sind weitere 559 Tote hinzugekommen.
 
Ohne die Organisationen der zivilen Seenotrettung wären es viele mehr: Rund 46.800 Menschen wurden in dem vergangenen Jahr von NGOs wie SOS Méditerranée, Sea-Watch, Jugend Rettet und Cadus vor dem Ertrinken im Mittelmeer gerettet. Wegen ihres zivilgesellschaftlichen Einsatzes sind sie mit dem Vorwurf konfrontiert, kriminellen Schleppern in die Hände zu arbeiten.
 
Die tausenden Toten im Mittelmeer, der Flüchtlingsdeal mit der Türkei 2016 und die Zusammenarbeit bei der Flüchtlingsabwehr mit Libyen und anderen afrikanischen Ländern zeugen davon, dass es bei der EU-Flüchtlingspolitik nicht um die Einhaltung der Menschenrechte, und damit der europäischen Werte, sondern um eine Abschottung um jeden Preis geht. Sie ist der gemeinsame Nenner der europäischen Migrationspolitik. Durch illegale Push-Back-Aktionen, unterlassene Hilfeleistungen auf dem Mittelmeer und die Verlagerung der Flüchtlingsabwehr in die Saharastaaten und die Türkei wird diese Abschottung umgesetzt. Sie zeigt sich aber auch an den Hochsicherheitszäunen im Balkan, in Calais und an der türkischen Grenze nach Syrien.
 
Obwohl diese Fakten nichts Neues sind, bleibt das gesellschaftliche Interesse marginal. Mit der Veranstaltung möchte die Kampagne Plus1 aufzeigen, dass es hier nicht nur um Empathie mit den Opfern von Krieg und Verfolgung geht, sondern auch um die Frage, in was für einer Welt wir leben möchten, und wie eine politische Intervention aussehen kann.
 
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Mit Vertreter_innen der Hilfsorganisation medico international, der zivilen Seenotrettungsinitiativen Jugend Rettet, Sea-Watch und SOS Méditerranée sowie der Menschenrechtsorganisation European Center for Constitutional and Human Rights werden die Veranstalter_innen über die globalen Ursachen von Flucht und Migration, die Folgen der europäischen Abschottungspolitik, die Herausforderungen der zivilen Seenotrettung und die Möglichkeiten rechtstaatlicher und politischer Intervention sprechen.
 
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Dank an Matthies & Schnegg für die tolle Unterstützung beim Design!
 
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DO 11.5 // 19H30 // FREE
ACUD STUDIO // TALK
MAUERN. POSITIONEN GEGEN DIE EUROPÄISCHE ABSCHOTTUNG
die kampagne plus1 spricht über die globalen ursachen von flucht und migration, die folgen der europäischen abschottungspolitik, die herausforderungen der zivilen seenotrettung und die möglichkeiten rechtsstaatlicher und politischer intervention
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