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ACUD OFFENES HAUS // 12.09.2015
Track by Track

17H KOHWI

Cory Levinson ist einer jener Musiker, die eine intellektuelle Herangehensweise an ihre Arbeit pflegen. Eine große Lust am Tüfteln und ein exaktes Grundverständnis des Materials, das er einsetzt, prägen seine Arbeit. Das Resultat klingt beeindruckend: Mit seinen Synthesizern, die er zum Teil selbst modifiziert hat und die er zu komplexen Kreisläufen verschaltet hat, kreiert er einen einzigartigen Sound, der erfüllt ist mit viel Leben und Gefühl. Sein neues Album erscheint im kommenden Winter auf Ways Inner Pass.

18:30H ET KIN

Etkin dürfte vielen, die mit uns Woche für Woche zu tun haben, als Soundtechniker und Booker bekannt sein. Er mag es aber auch, selbst auf der Bühne zu stehen. Bei seiner Band Farfara singt er und spielt Gitarre, wechselt aber auch gerne mal an andere Instrumente – je nachdem, wonach er sich gerade fühlt. Etkin hat ein Faible für freie Improvisationen, die immer wieder in lange Jams ausufern. Er mag Kraut, Psychedelic, aber auch eingängigeren Vibes ist er nicht abgeneigt.

20H UMA

Die Architektur der Songs von Ella und Florian Zwietnig aka UMA fasziniert. Mit viel Bedacht und Sorgfalt erschaffen sie Klangräume mit hoher Komplexität, die zu leben scheinen. Alles hier pulsiert und atmet. Die wesentlichen Baustoffe bilden Synthesizer und elektronisch erzeugte Beats, Kontur erhalten die Gebilde durch Ellas Stimme, die sich zu den ausgefallensten Mustern anordnen. Und doch ist ihre Musik nicht nur etwas für den geschulten Betrachter. UMA haben ein paar tolle Melodien geschrieben, die einen gleichermaßen in den Bann ziehen.

22H STONEAGE KID

Als Drummer von The Whitest Boy Alive hat Sebastian Maschat die Welt bereist, seit Neuestem macht er als Stoneage Kid funkigen Elektropop und greift dafür auf “vorsinntflutliche” Sampler, Synths und Drummachines zurück. Da es von ihm leider noch keine Aufnahmen gibt, hier der Hit seiner Band.

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ACUD OFFENES HAUS // 12.09.2015
Gesprächsrunde Haunted Spaces um 19Uhr im Studio

Das ACUD konnte zwar langfristig als unabhängiger Kulturort gesichert werden, gleichzeitig steigt aber der Verdrängungsdruck auf andere Räume und Häuser weiter an. Welche Auswirkungen hat diese Entwicklung auf Berlin als sozial durchmischte Stadt und die – von politischer Seite oft so gelobte – Stellung als globale Kulturmetropole? Wie kann der weiteren Verdrängung Kulturschaffender aus der Innenstadt entgegen gewirkt werden? Wir wollen mit den VertreterInnen verschiedener Projekträume und Initiativen über die aktuelle Situation und die zukünftigen Perspektiven unabhängiger Kulturorte in Berlin sprechen. Der Talk HAUNTED SPACES findet im Rahmen unseres Offenen Hauses am 12.09 um 19 Uhr im ACUD Studio statt.

mit:
Heimo Lattner – GENERAL PUBLIC
Andre Jegodka – ANTJE ØKLESUND
Ela Kagel – SUPERMARKT
Johannes Braun – ACUD MACHT NEU

Moderation:
Andrea Götzke

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GENERAL PUBLIC ist ein Kollektiv aus Kunst- und Kulturschaffenden, das 2005 einen Projektraum in der Schönhauserallee 167c für transdiziplinäre experimentelle Künste gegründet hat. 2012 wurde General Public mit der „Auszeichnung für künstlerische Projekträume und -initiativen“ vom Berliner Senat gewürdigt. Trotz der offiziellen Auszeichnung von Senatsseite musste das Kollektiv 2013 seinen Raum in der Schönhauserallee aufgrund der Sanierung des Hauses und einer gravierenden Mietsteigerung aufgeben. Nach anderthalb Jahren erfolgloser Raumsuche in Berlin Mitte wird General Public ab November 2015 ins Kunsthaus ACUD ziehen und dort in einem zweimonatlichen Turnus den Projektraum bespielen.

Seit zehn Jahren versteht sich das ANTJE ØKLESUND als alternativer Projektraum. Egal ob als Kunstraum oder Club, das Antje Oeklesund hat sich in dieser Hinsicht immer wieder verändert und wurde in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Orte der freien alternativen Musikszene, bevor es im Sommer diesen Jahres seinen Betrieb einstellen musste, da das Gelände an einen großen Investor verkauft wurde. Im Moment beschäftigen sich die Betreiber, in einem vom Musikboard geförderten Projekt “Transformation des Alternativen” mit der Frage wie sich alternative Räume in der Zukunft in Berlin aussehen könnten.

Der SUPERMARKT ist ein ehemaliger Veranstaltungsort und Coworkingspace, der vor Kurzem aus der Weddinger Brunnenstraße ausziehen musste. Die Gründe für den Umzug waren zum einen steigende Mieten und Nebenkosten, zum anderen aber auch die zunehmende Verödung des bisherigen Standorts durch strategischen Leerstand sowie ständigen Neueröffnungen von Spielsalons und Wettbüros. Nach intensiver Suche und zahlreichen Gesprächen mit anderen Betreiber_innen freier Projekträume fand der SUPERMARKT schließlich mit Hilfe des Atelierbeauftragten von Berlin ein Ladengeschäft in Kreuzberg. Die Räumlichkeiten am Mehringplatz sind deutlich kleiner, was eine Neuorientierung des bisherigen Programms erfordert.

ACUD MACHT NEU ist ein Zusammenschluss von Kulturschaffenden aus Berlin. 2014 rettete die Initiative das Kulturhaus ACUD vor der Insolvenz und hat seitdem in ihren Räumen Studio, Club und Projektraum disziplinübergreifende Projekte angestoßen, die sich im Spannungsfeld zwischen Kunst, Musik, Performance und Diskurs bewegen. ACUD MACHT NEU ist das Initialisierungsprojekt, um gemeinsam mit MusikerInnen, KünstlerInnen, UrbanistInnen, KuratorInnen, VeranstalterInnen und AnwohnerInnen das Neue ACUD zum Leben zu erwecken und damit einen der wenigen verbliebenen kulturellen Freiräume in Berlin Mitte zu bewahren.

ANDREA GÖTZKE ist Kulturproduzentin, Organisatorin und Kuratorin in Berlin. Zu ihren aktuellen Projekten gehören das Torstraßenfestival und Music Pool Berlin. Sie ist Teil von newthinking, und hat sich u.a. in diesem Kontext neben der Musik auch mit verschiedenen digitalkulturellen und politischen Projekten und Veranstaltungen beschäftigt. Sie macht manchmal Radioshows, sowie organisiert auch einzelne Konzerte und Veranstaltungen.

ACUD OFFENES HAUS // 12.09.2015
Q&A mit Lorena Carràs und Jean-Marie Dhur vom Buchladen Zabriskie

Die Buchhandlung Zabriskie in Kreuzberg zählt zu einer unserer liebsten in Berlin. Nicht nur ist jedes Buch genau ausgesucht, bietet der Laden ein interessantes Leseprogramm und eine Kaffeemaschine. Wer nach tollen Büchern über Gegenkultur, Psychedelic oder Natur sucht, wird hier auf jeden Fall fündig. Ein Liebhaber-Projekt eben – genau wie das ACUD. Wir haben den beiden Köpfen hinter dem Laden Lorena Carràs und Jean-Marie Dhur drei Fragen zu ihrem Laden gestellt.

Lorena, Jean, die Beschreibung von Zabriskie lautet “Buchladen für Kultur und Natur.” Was ist die Idee dahinter?

Das gesellschaftliche Umdenken, das im Moment verstärkt zu beobachten ist – eine Abwendung vom maßlosen, egoistischen, zerstörerischen und unüberlegten Konsum, hin zu respektvollem, nachhaltigem und maßvollem Umgang untereinander und mit der Natur – hat eine lange Tradition, und taucht unter anderem 1973 in Michelangelo Antonionis Counterculture-Film “Zabriskie Point” auf. Zwei junge Menschen stellen sich dort auf unterschiedliche Art und Weise machthungrigen und skrupellosen Kräften entgegen.

Wir wollen uns mit dem Buchladen ebenfalls einem nur auf schnellem Konsum und grenzenlosem Wachstum basierenden Weltbild entgegenstellen, und zeigen, dass es viele Möglichkeiten gibt, sich auf nachhaltige Art und Weise mit Natur und Kultur zu beschäftigen. Die Themen im Zabriskie sind daher solche, die Alternativen und Auswege zur Sackgasse von Konsumwahn und Kurzsichtigkeit aufzeigen: Avantgardistisches aus Musik, Film und Kunst; Müßiggang; Utopien; Naturgeschichte(n); Counterculture; DIY und Selbstversorgung; positive philosophische Denkansätze; Bewußtseinserweiterung; ungewöhnliche Reiseliteratur …

Wonach wählt ihr eure Bücher aus?

Die Bücher im Zabriskie-Programm bringen entweder wegen inhaltlicher oder wegen äußerlicher Schönheit Freude (im Idealfall trifft beides zu).

Eure drei Lieblingsbücher zur Zeit sind…?

Rue des Maléfices – Straße der Verwünschungen von Yves Yonnet. Der Erzähler (=der Autor selbst) berichtet in der Rahmenhandlung über seine Erlebnisse als Mitglied der antinazistischen Resistance, und stolpert in der eigentlichen Geschichte mit viel Sprachwitz durch ein Paris voller Wunder, Legenden, okkulter Geschehenisse und Merkwürdigkeiten.

Neues von der anderen Seite – Die Wiederentdeckung des Psychedelischen von Paul-Philipp Hanske und Benedikt Sarreiter. Das Buch ist ein gelungener unvoreingenommener Überblick über die Geschichte der Psychedelik, informiert aber auch über den momentanen – rechtlichen, medizinischen, gesellschaftlichen – Stand der Dinge.

Verschwende deine Zeit von Julian Pörksen. Ein schönes Plädoyer gegen Überproduktivität, Schnelligkeit und die Vermarktung der Zeit … und für Müßiggang, Langsamkeit und Vergeudung.

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Zabriskie wird beim Offenen Haus 2015 mit einem Buchstand vertreten sein.

HomepageFacebook – ACUD Offenes Haus 2015

DAS KUNSTHAUS ACUD STELLT SICH VOR
Johanna Maierski und Charlotte Collin von der Druckwerkstatt Colorama

Johanna Maierski und Charlotte Collin stehen in ihrer frisch renovierten Druckwerkstatt im Kunsthaus ACUD. Vor ihnen ein großer selbstgebauter Schreibtisch, auf dem Druckproben liegen, über ihnen eine Pflanze der Gattung Monstera mit riesigen grünen Blättern, vor den weißen Wänden Lastenregale mit allerhand Materialien darin. Es riecht nach frischer Farbe, Tinte, Papier. Die eigentliche Attraktion jedoch steht gleich neben der Tür: Die Risograph-Druckmaschine mit ihren farbigen Tasten, die von außen betrachtet aussieht wie ein gewöhnlicher Kopierer. An ihr sollen schon bald Flyer, Magazine, Bücher, Plattencover und vieles mehr gedruckt werden. “Wir freuen uns schon, wenn es richtig los geht”, sagen Johanna und Charlotte.

Die Druckwerkstatt der beiden heißt Colorama. Das Projekt gestartet haben sie zum einen aus ihrer Liebe für Drucksachen. Zum anderen mögen sie es, mit verschiedenen Personen zusammen zu arbeiten und Projekte von Anfang bis Ende zu realisieren. Am Risographie-Druck schätzen sie, dass er erschwinglich ist und deshalb auch kleinere DIY-Projekte ermöglicht. Und die besondere Ästhetik: Der Risograph arbeitet mit Druckwalzen, durch ein Sieb wird die Farbe auf das Papier aufgetragen, die Druckgeschwindigkeit ist hoch. “Es lässt sich super mit dem Gerät experimentieren, Farben, Überlagerungen – das Resultat ist dabei nie zu hundert Prozent absehbar,” erzählt Johanna, die Architektur studiert hat.

Die letzten Vorbereitungen sind so gut wie abgeschlossen, schon bevor das erste Möbelstück gebaut war, kamen die ersten Druckanfragen. Johanna und Charlotte haben viel vor: Über den Druckbetrieb hinaus wollen sie verlegerisch tätig werden und den Vertrieb für befreundete Zines übernehmen. Ein Regal ist ebenfalls in Planung, in dem Druckerzeugnisse ausgestellt und verkauft werden sollen. Charlotte, die studierte Grafikdesignerin ist, möchte Druck-Workshops für Kinder anbieten. Aber auch für Studierende soll praktisches Know-How über das Publizieren und Drucken vermittelt werden als Ergänzung zur Theorie. “Wie das ACUD wollen wir zu einer Schnittstelle für verschiedene Leute werden, die eigenständig ihre Projekte umsetzen wollen,” sagt Charlotte.

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Beim Offenen Haus lädt Colorama ab 15Uhr zu einem Kollagier-Workshop für Kinder und Erwachsene ins Studio. Anmeldungen bitte hier: coloramaprint@gmail.com. Es wird um eine Materialspende von 5€ gebeten.

Die Druckwerkstatt befindet sich im Vorderhaus des ACUD im 1. OG und ist auch im Internet zu finden:

FacebookTumblr – Homepage (geht Anfang September online) – ACUD Offenes Haus 2015

English Version
Johanna Maierski and Charlotte Collin are standing in their freshly renovated printing-studio in the Kunsthaus ACUD. Next to them a big table with a couple of testprints on it, above the table a monstera-plant with huge green leaves, on the white walls several shelves filled with material. It smells like fresh paint, ink, paper.

The actual attraction though is standing right next to the door: The Risograph-Printer with its colorful buttons – looking at it from the outside it resembles a normal copy-machine. With that machine a lot of different printed matters are going to emerge soon: flyer, poster, magazines, books, record covers… “We are very excited when it’s really kicking off”, Johanna and Charlotte say.

Their printing-studio is called Colorama. They started this project on the one hand out of their love for printed matters. On the other hand they like to work together with different people and to accompany projects from the first concept to the end. In riso-printing they appreciate that its affordable and therefore making it possible to realize selfpublishing projects. Another factor is the specific aesthetic. The risograph prints with colordrums, the ink is pressed thorugh a fine screen onto the paper – the print-speed is high. “You can experiment with the machine really nicely, colours, overlays –  the outcome is never a hundred percent forseeable,” tells Johanna, who studied architecture.

The last preperations are nearly finished, even before the furniture was constructed they got the first print-requests. Charlotte and Johanna planned a lot: Next to doing printing jobs they want to work in publishing and distribution. A bookshelf-section, where the printed matters are being presented and can be purchased is also in the making. Charlotte who is a graphic designer wants to offer print-workshops for kids. But also workshops for students where they want to communicate practical basics of printing, making books and publishing as a supplement to the theory in the universities. “Like the ACUD we want to become an interface between different people who want to realize projects independantly,” says Charlotte.

Q&A about Animals
SUN ARAW

Long Beach in California is the place Cameron Stallones has chosen to live and to work. The musician is one of the most celebrated experimental artists of our days. The music of his alias Sun Araw is a synthesis of various styles like Krautrock, Electronic, Dub, Funk and Afrobeat. With his recent project Duppy Gun he collects and puts out Dub music from Jamaica together with M. Geddes Gengras a modular synth wizard whom he met in the L.A. experimental music scene. Although Stallones is featured on the soundtrack of our most fav video game Hotline Miami, he isn’t a big gamer. What he does like is pool billiard, noodles and animals. We asked him a few questions about zoos, pets, his artwork, veggie food and dinosaurs.

Your hometown Austin seems to have a cool zoo, did you go there when you were a child? If so, what was your most favorite animal?

I went there once or twice, but the most prominent feature of the Austin Zoo was these commercials they had that ran endlessly late at night, they had this persistent jingle “Gotta be Austin – Zoo!” But the commercial was mostly just pictures of a tan deer running around in tan grass and tan wood and chicken-wire enclosures. Maybe they had a big cat of some sort, but most of it was local animals, kinda budget. We only had five TV channels so I’d see that commercial several million times in a single sitting. My favorite animal was and remains the giant tortoise. I had some powerful moments with some at the San Diego Zoo as a child, my grandfather was in SD (is this san diego?). I’m pretty conflicted about zoos, but I’m pretty conflicted about a lot of things in human civilization.

Now that you are in L.A., what do you do in your free time? Do you have a pet you have to take care of?

I had an amazing rabbit for several years named Sissy Spacek. She only had one eye and she was a fantastic companion. She died two years ago or so, haven’t ventured back into pet world. For free time, mostly I play pool when I can afford it.

The artwork of your 2012 released album “The Inner Treaty” shows a picture of an animal – what kind of animal is that?

That’s a good question and I do not know the answer. The important thing for me is that it is a fish that looks like it’s having a good time with it’s beak. You might notice that the back of the record shows a pack of hyenas tearing apart another hyena. Something about those two things existing at once. Or those two things being different levels of the same thing, more precisely.

Animals are sort of like eddies of consciousness. They seem flavored a bit less evenly than us, and so we can see them exemplify some particular essence all the way through their being, from the shape of their body to their temperament and special skills like bats with sonar or whatever. That can be useful for understanding aspects of ourselves. Some ancient people thought that a person contains all animals. That’s basically saying the same thing: they are effective illustrations of different states of the soul. Effective most likely because we are made out of the same stuff on a consciousness-level, which is pushing into the physical world and making shapes in it.

Are you an animal-friendly eater, what’s your favorite meal?

I am not a vegetarian. Lately I’ve been exploring this Szechuan world in San Gabriel which is a suburb of L.A. that has all the best noodles. I hunt for the noodles.

Let’s end with something philosophical: Were dinosaurs the better humans?

Nope.

At ACUD Club Stallones and his band are presenting their latest record “Gazebo Effect” and are spinning records as Duppy Gun Soundsystem. Media partner of the event is No Fear of Pop.

Sun ArawDuppy Gun SoundsystemFacebook-EventNo Fear of Pop

ACUD PLAYLIST MIT
THE HUM

The Hum ist eine explorative Klubnacht im stetigen Wandel. The Hum erforscht verschiedene Phänomene, Zeitlichkeiten und Politiken von Sound, Tanz- und Clubkultur auf dem Dancefloor selbst.

Dieses Mal gibt es zwei Live-Performances mitzuerleben: Harmonious Thelonious ist ein alter Bekannter vom Düsseldorfer Label für elektronische Musik Italic, namentlich erfand er als Antonelli Electr. die lokale Version von Minimalhouse. Seine neue Identität Harmonious Thelonious exploriert die Kombinationsmöglichkeiten von polyrhythmischer islamischer Musik aus Marokko und Algerien, wie Gnawa oder Joujouka, mit US-amerikanischen Technobeats. In seiner Interpretation entstehen rhythmisch transparente, sehr dichte Dancefloortracks.

Willis Anne ist Initiator der Live Act Night (LAN). Hier gibt es mehr als staubige Clubmusik: LAN versteht sich als ein konzeptuelles Projekt, welches den Möglichkeitsraum von Event, Musik und Videokunst untersucht. Künstler_innen, wie Cloudface, Steve Summers, Perseus Traxx und Steven Tang, wohnten diesen Happenings bei. Für The Hum wird Willis Anne weniger auf vierviertelbetonte Clubmusik setzen, sondern in einer experimentellen Performance zwischen Video, Live-Sampling und Noise zusammen mit Raum und Publikum improvisieren.

Die beiden The-Hum-Kuratorinnen Vinilette und Ultraviolett verfügen zusammen über vierzig Jahre Dj-Erfahrung und begleiten The Hum zum Dancefloor hin und wieder weg. Hier eine kleine Auswahl für The Hum Nr. 94:

Chra – Silence

Chra aus Wien macht das Label Comfortzone. Ihre Musik ist digitaler, roher Ambientnoise. Das Sound-Design ist erdig und punkig auf eine Art. Ihre Kompositionen basieren viel auf Fieldrecordings, dadurch hat ihr Sound etwas organisches, lo-fi-haftes. Ich finde das eine sehr gute Referenz zum Drone von The Hum, diesen geologischen, natürlichen Dronesound, der im deutschen als Brummtonphänomen beschrieben wird und der Namensgeber diese Projektes für ACUD MACHT NEU ist. Brummen, vibrieren, Bassfrequenzen und Resonanz auf der Haut und auf dem Körper und in den Ohren.

Eleh – Empty Summer Endless

Eleh macht zeitgenössiche elektronische Dronemusic und ist sehr stark von Eliane Radigue, der Erfinderin des elektronischen Drone, inspiriert. Eleh gibt es seit 2006 erst und niemand weiß, wer das ist – bestimmt eine ganz bekannte Person, die sich ins Fäustchen lacht. Eliane Radigue und Alessandro Cortini erscheinen auf dem gleichen Label wie Eleh, Important Records. Ich liebe Elehs Drones, weil sie so unglaublich warm und unaufgeregt sind, tolle Titel haben und ich nicht hören kann, wie genau sie produziert sind.

The (Hypothetical) Prophets – Back to the Burner

Für Vinilette handelt es sich bei dem Minimal-Wave-Track “Back to Burner” um perfekte elektronische Avantgarde-Tanzmusik für heute. Diese Musik würde sie gerne die ganze Zeit im ACUD spielen – generell ist Musik aus der Zeit schwierig auf Schallplatte zu bekommen. Viele DJs, die solche Musik spielen, hatten entweder sehr coole, ältere Musikconnaisseurgeschwister oder heute einen sehr gut bezahlten Dayjob. Für Ultraviolett ist das ein bisschen zu definiert-1980er.

CTI (Conspiracy International One) – Hammer House

Dieser Track ist von 1984 und noch etwas rarer. Er ist technoider, oder richtiger: elektroider, und genrebedingt ganz schön uptempo. Wir lieben diese Art Electro. Das ist so schnell, dass es sich wieder prima in der Langsamkeit, Dunkelheit und in dronigen Flächen auflösen lässt und für sich selbst einen luftigen, liquiden Ausblick nach oben ins Licht gibt. Der Track ist einfach magisch und heraufbeschwörend. Auf der Tanzfläche ist er obskur und experimentell und trotzdem kick-ass tanzbar und kombinierbar mit ordentlichem Techno, House oder eben in der Halftime mit allen bezaubernden Langsamkeiten.

Tolouse Law Trax – Eisenbahnzunge

Tolouse Law Trax ist einer unserer gemeinsamen Lieblingsartists und stellt genau die Schnittstelle unseres gemeinsamen Dancefloor-Geschmacks dar. Vinilette mag an diesem Track die verfremdete, fast alienhaft anmutende Stimme in dieser elliptischen Atmosphäre. Hypnotischer Tanz vs. parallierstem Nicht-Tanz. Ultraviolett liebt die Stimmen, nur dieser hochfrequentere, hypnotische Synthiesound ist ihr ein bisschen zu viel. Sie mag eher die monotoneren, weniger dudeligen und dafür beatorientierten analog-patch Tracks.

Peder Mannerfelt – Humming

Peder Mannerfelt war die spannendste Performance beim Atonal Festival letzte Woche. Das Set umspannte experimentelle Ambientsounds, Klangkunst und wahnsinnig anzeckende Andeutungen von 1990er-Hardcoretechno, Ekklektizismus pur. Auch wenn der The Guardian das anders sieht – die haben keine Ahnung von Bewegung, Köpern im Raum und die Wichtigkeit der künstlerischen Performance.

Der Track von Mannerfelt hier ist ruhige und von ihm neu interpretierte Klassische Musik von seinem aktuellen Album The Swedish Congo Record auf dem Label Archives Intérieures. In der Groove hat Ultraviolett darüber geschrieben. Mannerfelt sei Sammler historischer, kontinentalafrikanischer Musik und das Album eine Interpretation von unter Kolonialherrschaft in Belgisch-Kongo gesammelten und archivierten Stücken. Mannerfelt hat daraus obskure Kompositionsminiaturen gebastelt, die uns verspielt um die Ohren plockern. Die originalen Congo Drums dienen als Muster für quirlige Arrangements und eine Exkursion durch die elektronische Musik: von Musique Concrète über analoge Klangsynthese zu Acid.

Getrübt wird das Sounderlebnis nur durch die vom Label behauptete Kritik an der Kolonialgeschichte. Weil Mannerfelt nicht einfach nur sample, sondern interpretiere, entbinde es ihn automatisch von neokolonialer Aneignung. Nun, die europäische Praxis des Sammelns und Archivierens ist Bedingung und Fortsetzung kolonialer Macht. Kritisch betrachtet werden muss also der Kontext: ein weißer, hochgebildeter, europäischer Mann, der bei Auftritten eine Maske trägt und auf einem angesagten belgischen Label ein Album mit diesem Titel herausbringt. Und Ultraviolett, die wiederrum darüber schreiben kann. Gibt es eine andere Lösung?

Harmonious Thelonious – Angewandte Muziek

Kommen wir zum nächsten Fall der Aneignung und Interpretation von dieses Mal religiöser Musik aus Nordafrika. Harmonius Thelonius ist Antonelli Electr. aus Düsseldorf und exploriert die Kombinationsmöglichkeiten von polyrhythmischer islamischer Musik aus Marokko und Algerien, wie Gnawa und Joujouka mit US-amerikanischen Technobeats. In seiner Interpretation entstehen extrem metallische, rhythmisch scharfe, extrem pushende Dancefloortracks, die eher an Detroit-Techno als klassich Gnawa und Joujouka erinnern. Der Verweis auf Josh Halls Kritik an William Bennetts Cut Hands Projekt auf Blackest Ever Black und Bennetts Gegendarstellung darf hier nicht fehlen.

Ike Yard – Loss (Regis Version)

Und dann kommen wir zu Blackest Ever Black bzw. einer Regis Version des großartigen Tracks “Loss” der New Yorker Experimentalelektroband Ike Yard von 1982. Die geistesbeschwörerisch anmutende Stimme enthüllt sich in der reduzierteren Überarbeitung von Regis als Geheimtipp. Rituell und einweihend. Ich liebe diese zerbrochenen, randomisiert wirkenden Beats, die er noch mehr zerfleddert hat. Dekonstruktionsfreude gegenüber klassischer Clubrhythmusstruktur geht bei mir sofort rein. Regis macht hochqualitatives Sounddesign mit einem Hang zu gnadenlos verdichteten Atmosphären im tieferfrequenten Bereich: extrem reduziert, hermetisch und lauernd. Trotzdem ist das niemals dystopisch, vielmehr geht es um eine körperlich, räumlich und zeitlich intensiv spürbare Möglichkeit der Überwindung des seriellen, vielleicht auch digital-visuellen Imperativs dieser Zeit. Regis evolutioniert Stilkulturen der vergangenen dreißig Jahre und schafft dabei genreprägend einen neuen, utopischen Regis-Sound.

Éliane Radigue – Transamorem Transmortem

Éliane Radigue ist für Ultraviolett die größte elektronische Musikerin. Ich liebe ihren alten, rein elektronischen, teils psychoakustischen Dronesound. Sie hat das erfunden. Dieser Track von 1973 ist ein Segen für alle Menschen mit Tinnitus. Wenn es schlimmer wird, kann ich mir einfach einbilden, ich höre eine dieser stundenlangen Kompositionen von Eliane. Sie sind alle tief spirituell, in dem Sinne, dass sie dir Ruhe schenken und viel Zeit. Sie sind invasiv, sie dehnen die Zeit aus, ohne, dass du es merkst. In dem Neuköllner Kunstraum Spektrum veranstaltet dieser unglaublich engagierte Doron Saja die Reihe Sound Portraits. Dort stellte er neulich ein Stück der Trilogie De La Mort in einer Listening Session vor, für das ich vorher noch nicht die Ruhe hatte. Es war großartig. Das muss man dann eigentlich auf CD oder High-End- Schallplatte hören. Sound, der sich so unglaublich distanziert und wertfrei über eine so lange Zeit entwickelt und dich am Ende mit einem zufriedenen Gefühl nach Hause schickt. Als DJ kann ich ihre Stücke einfach heimlich untermischen und so eine gewisse Stimmung vorgeben.

Text: Christin Bolte
Foto: Johannes Büttner & Alexander Seeberg-Elverfeldt

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THE HUM – PLAYLIST

Fr, 4. September, The Hum Nr. 94 „of stone | in | expanded silence | a beat | metallique. I dream“

w/
Harmonious Thelonious (Italic) – live
Willis Anne (LAN) – live
Djs: Ultraviolett, Vinilette

Facebook-Event – Harmonious TheloniousWillis AnneLAN-BerlinViniletteUltraviolett

Das Kunsthaus ACUD stellt sich vor
Marjorie Nadal und Damien Poinsard von La Ménagerie und Cours et Jardins

Wie für viele andere Schülerinnen und Schüler war auch für Marjorie Nadal der Fremdsprachenunterricht in der Schule eine “große Katastrophe.” In Frankreich musste sie Deutsch lernen, wirklich gut lief das nicht, auch wegen der Art, wie unterrichtet wurde. Heute hilft Marjorie Nadal Kindern in Berlin beim Französisch lernen. Mittel der Wahl ist für die Pädagogin aus Frankreich und ihr Team von THEALINGUA das Theater. “Es geht darum, spielerisch mit Sprache umzugehen, sie anders zu erfahren,” sagt die Pädagogin.

THEALINGUA ist nur eines von vielen Projekten, das Marjorie Nadal betreut. Alles begann 2009 mit der Gründung von La Ménagerie, einer Plattform für französisch-sprachiges Theater in Berlin. Mit der Zeit hat sich das Engagement auf andere Felder ausgeweitet. Der neueste Streich heißt “Cours et Jardins” und ist ein Sprach- und Workshop-Programm, mit dem an Schulen Sprachkompetenzen gefördert werden sollen. “Wir wollen Brücken zu schlagen zwischen Deutsch und Französisch”, sagt Damien Poinsard, der gemeinsam mit Marjorie die Projekte koordiniert.

Ins ACUD ist La Ménagerie 2013 gezogen. In den Räumen des Theaters lädt sie regelmäßig zu offenen Proben und Impro-Matches, bei denen zwei Teams um die Wette spielen – auf Französisch, Deutsch und Gibberish. Dabei liegt der Fokus auf Amateur-Theater. “Wir glauben an diese Form des Theaters, Nicht-Profis sind mit mehr Spaß dabei”, sagt Marjorie.

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Beim Offenen Haus lädt Cours et Jardins ab 15Uhr zu einem Bastelworkshop ins Studio.

Ab 20Uhr findet ein Impro-Match von La Ménagerie auf der Bühne des Theaters statt.

La Ménagerie ist im Vorderhaus des ACUD im 3. OG und im Internet zu finden:

Homepage La MénagerieHomepage Cours et JardinsHomepage Thealingua

Das läuft in Berlin
Der ACUD NEWSFEED

Musik zum Liebhaben – Mouca No. 10

Das Kassettenlabel Mouca ist ein Projekt für Liebhaberinnen und Liebhaber. “We consistently release a lot of artists that we find by chance and we immediately fall in love with”, sagt Labelgründer Augusto Gomez Lima über Mouca. Seit Gründung 2012 hat Augusto viel tolle Musik entdeckt, die sich an der Schnittstelle zwischen Pop, Punk, Folk und Experimenal bewegt. Das zehnte Mixtape, das gerade erst veröffentlicht wurde, macht da keine Ausnahme. Das tolle an den Samplern ist, dass sie auch kostenlos runtergeladen werden können. Der nächste wartet schon: Am 23. September wird im ACUD der Release der ersten Volume der “Mixtape Trilogy” gefeiert. Gewidmet ist das Tape der Musikszene Litauens. Zu Gast sind Garbanotas Bosistas, die Augusto auf seinen Reisen durchs Baltikum kennengelernt hat.

HomepageMouca No. 10 – Konzert im ACUD

Neue Musik von Molly Nilsson – der Clip zu 1995

Im September erscheint das sechste Studioalbum von Molly Nilsson. “Zenith” heißt es und soll die “most affecting work to date” der Künstlerin aus Berlin sein. Einen ersten Höreindruck gibt es seit vergangener Woche: Dort erschien das Video zu “1995.” Der Song ist fast schon hymnenhaft, aufgeladen mit viel Nostalgie und Euphorie und ausgestattet einem großartigen Saxophon-Solo am Ende. Fantastisch auch die erste Zeile: “windows 95, you’re long gone but I’m still alive.” Dass es hier aber weniger um das Betriebssystem als um die Kindheit geht, dafür spricht auch das Video, in dem alte Videotape aufnahmen aneinander montiert wurden. Dort zu sehen: Molly Nilsson, als sie noch klein war. Anlässlich der Veröffentlichung steigt am 15. September eine Party in der Panorama Bar.

Video “1995” – Lyrics “1995”Record Release Party

Lief Hall auf Tour – Auftakt im Urbanspree am Freitag

Ende August erscheint auf dem dänischen Label Phinery die EP “Transform” von Lief Hall auf Kassette. Um den Release zu feiern, geht die in Berlin lebende Musikerin für drei Monate auf Tour durch die USA und Kanada. Teil der Tour ist die Performance “Mythology, Gender and Cyber-virtual Identity in Pop Music Performance”, in der die Musikerin der Frage nachgeht, wie Geschlecht im digitalen Zeitalter konstruiert wird. Lief Hall spielt düstere Popmusik, deren Energie sich aus den Rave-Sounds und Gesangs-Arrangements speist und die live von selbstgestalten Visuals unterstützt wird. Am Donnerstag lädt die Musikerin zum Tourauftakt ins Urban Spree mit Performances von Olle Holmberg aka Moonwheel und AJA.

Konzert UrbanspreeSoundcloudTourInfo Performance – Phinery

Q&A with the Curators
BY THE LAKE FESTIVAL

Berlin’s very own radio station The Lake is celebrating its first anniversary these days. The project was found by the members of danish indierock outfit Efterklang and is open and welcoming to any curious ear. The contributions come from sound artists, journalists and in betweens from around the globe. Now this virtual space becomes physical. In less then two weeks The Lake is hosting the festival By The Lake Festival at Freilichtbühne Weißensee with live-performances by Omar Souleyman, Liima and Wildbirds & Peacedrums to name a few. We talked to co-founder Casper Clausen about the festival, the radio station and their connection to water.

The Lake is hosting a festival for the first time this year. Could you tell us more about the idea behind the festival?

The idea is to create something beautiful collectively, for the people we love. A day by the lake full of love and tasty smoothies

Is the festival connected to the radio station?

By The Lake Festival is physical, The Lake radio is virtual. We curated the music program with a direct inspiration from the music played on our radio. We will be broadcasting live and locally for the people attending the festival.

What’s the philosophy behind The Lake?

Radio can be a wonderful inspirator and a beautiful melting pot of all sorts and formulations of sound. We’re exploring the field and are loving surprises. The stream of The Lake is running all hours and is mainly based on an algorithm playing back the sound material we’re feeding it randomly. Hopefully it transcends.

To which performance are you looking forward the most?

Lonnie Holley is my personal highlight, that voice is an adventure.

The festival is taking place at Weißer See. What do you like about this lake?

Efterklang had their studio by the lake of Weißensee for years, it’s a special place for us, we made many new friends up there. By The Lake Festival is partly a gift to those people and the lake itself.

Do you have any special connection to water?

Yes I believe so. I’m an awfull swimmer though, I’m a Capricorn.

What’s the plan for the aftershow party at ACUD?

We’ll be hosting an afterparty in cooperation with one of our favorite clubs in Berlin. Those guys have a beautiful project going on, it’s probably the place I watched most of my favourite shows of the past years. Greg Gives Peter Space (Peter Broderick + Greg Haines) will open the night later to be transformed into a party with the help of our favourite DJ’s and your finest dancing shoes.

By The Lake Festival – The Lake Radio – Party Facebook-Event

Das läuft in Berlin
DER ACUD NEWSFEED

SUNDOWNER – Kunst auf der Terrasse der Neuen Nationalgalerie

Sonnenuntergang, Drinks, Gespräche und Kunst. So lautet das Konzept der Performance-Serie Sundowner, die seit ein paar Wochen regelmäßig auf der Terrasse der Neuen Nationalgalerie stattfindet. Morgen steht die nächste Ausgabe an. Geplant ist eine Performance mit Kollagen und Loops, die den Titel “Kommerz was yesterday” trägt und euch mitnimmt auf eine Reise nach Budapest. Künstlerinnen und Künstler sind Claire Waffel und Pere Ferrera Bertran, Beginn ist 20Uhr. // Facebook-Event

RAND.GESTALTEN – ein Festival in Hellersdorf

Der Bezirk Marzahn-Hellersdorf hat im letzten Jahr vor allem wegen der permanenten Hetze gegen Refugees für Schlagzeilen gesorgt. Dabei gibt es da draußen ein paar schöne Ecken und tolle Projekte zu entdecken. Eines ist das AJZ Kita am U-Bahnhof Louis Lewin Straße, das sich über wichtige Anti-Naziarbeit darum kümmert, dass der Stadtrand nicht einschläft. Dort im Garten steigt kommenden Samstag zum fünften Mal das rand.gestalten-Festival mit Konzerten, Party, Kino und Vokü. Eine gute Gelegenheit mal aus der Innenstadt rauszukommen und coole Leute zu supporten. // Website

BADESTELLEN BRANDENBURG – ein Guide zu den schönsten Stränden im Berliner Umland

Über 3000 Seen zählt Brandenburg – so viele wie sonst kein anderes Bundesland. Liepnitzsee, Müggelsee, Wannsee gehören zu den Klassikern, geht es um Badespaß direkt vor der Haustür. Welche Seen darüber hinaus noch eine Reise wert sind, verrät die Internetsetie Badestellen Brandenburg. Gelistet nach Entfernung finden sich dort viele tolle Spots mit Fotos und Infos zur Wasserqualität und Angebot. Wir wollen ja unbedingt mal zum Sacrower See und ihr? // Website

Werft mit uns einen Blick auf Konzerte im ACUD
TRACK BY TRACK

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Morgen dreht sich im ACUD alles um Geister und Dämonen. Der Sänger und Heiler Mara’akame Santos Paritemai aus Mexiko besucht unser Haus, um euch die jahrhundertealten Traditionen und Weisheiten seiner Ahninnen und Ahnen zu überbringen. Im Schlepptau hat er eine kleine Schar an Bands und Visual-Artists. Die Pychrocker TAU etwa verleihen aztekischen Chants neues Leben. Band-Guru Shaun “Nunutzi” Mulrooney hat die Songs der neuesten EP “Wirikuta” während eines Besuchs in dem mexikanischen Bergdorf Real De Catorce geschrieben. Die Musik lässt sich nur schwer in Worte fassen, daher nehmen wir die Band mal beim Wort: It’s better experienced than explained!

Mit Catchiness trumpft die italienisch-amerikanische Freundschaft Dizzyride auf. Gekonnt verknüpfen Zoë Kiefl und Nicola Donà 80’s-Synthpop mit tollen Melodien. Zusammengenommen mit der Lo-Fi-Ästhetik, die die beiden zelebrieren (natürlich erschien ihre EP “Parade” auf Kassette), rücken sie in die Nähe der Retro-Ikonen John Maus und Ariel Pink. Dizzyride eröffnen im ACUD für die Hippie-Barden aus den Bergen Italiens C+C=Maxigross.

By The Lake wird gut! Livemusik, See, kaltes Bier – vorausgesetzt, das Wetter spielt mit… Abends geht es dann weiter im ACUD, wo zwei gute Freunde aufeinander treffen: Komponist Greg Haines und Multi-Instrumentalist Peter Broderick alias Greg Gives Peter Space. Ihre Musik, sagen sie, sei Ausdruck ihrer obsessiven Leidenschaft für Dub-Musik. “Spacey”, wie sie sie nennen, ist definitiv der passende Ausdruck, um die Synthie-Jams zu beschreiben, die die beiden auf ihrer Bandmaschine eingefangen haben.

THU 19.03 // CONCERT // 22:00 // 5 - 8€
NeverWork & Berlin Community Radio present

DAN BODAN & JAMES K
+DJ FILA QT

Never Work is in for another showcase to obliterate the URL – IRL boundaries and reimburse digital structures into concert settings. In NW’s own words: to bring “a world of advantages, attractive offers and exclusive benefits.” to ACUD CLUB. Asked about the concept behind the show, their answer is clear and very precise: “Dan Bodan and James K both sing softly to their computers.” The world is your office! Check out an extensive Interview with Dan Bodan on BERLIN COMMUNITY RADIO.

We asked some questions to JAMES K, whose DRUNKTRACK is already on heavy rotation in the ACUD offices:

Visual arts and graphic design seem to play a huge role in your work. Where do you see the fields overlapping? Is your music an auditive representation or continuation of your visual work and vice versa?

Graphic design is visual language, it is a subsidiary of visual arts. My “work” in such an encompassing term is about creating my language to communicate, to myself and then others. I have various outlets I use to create language, the visual work and the music are two different forms embodying the same thing in the end, which is my expression, my language.

Tell us about your latest release – and what’s next for James K ?

I just released a 7 inch, which consists of two songs from my upcoming album. It is also very much its own entity, with specific curation of music and visual objects. It embodies a particular core, yet it was extracted as a shard of the larger makeup of the album. The album, which will be released in the early summer, as a whole, represents a fragmented persona, utterances of a person, who is me in all my drupelets, as I understood myself during the time it was conceived.

What’s the main difference between living in Berlin and New York?

I was living in Berlin, on and off for about a year. I still have a visa, but I’ve been living in New York now for the past few months.  I had visited, and had some friends here, and I was very exhausted of New York. The main difference from New York is that Berlin is much less expensive.

What’s RUM?

RUM is an alter ego of mine. My friend gave me the name and it clicked – nothing to do with alcohol – the sound and the look of the word just made sense and we both felt it could describe some essence of me that never had a name. I like three letter words because they are contained. I also enjoy thinking about words in this way – as embodying an undefined essence.

RSVP on Facebook

 

SUN 8.3 // ACUD CLUB //
“Portuguese are dilettante in nature”
GALA DROP and new musical developments in Lisbon

GALA DROP & JERRY THE CAT (DJ SET)

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In lieu of their appearance at ACUD MACHT NEU on Sunday we asked GALA DROP a few questions about Lisbon, their music and they even compiled a lil youtube playlist with five go to tracks to start a DJ-Set with! Gala Drop are Afonso Simões, Jerry Nelson and Jerrald James. Besides the Band they are running Filho Único, a booking agency operating with an unique set of ethics, civic principles & goals. Artists such as DJ NIGGAFOX, DJ MARFOX or even ARIEL PINK are on their roster. GALA DROP is almost a hub, channeling all kinds of cultural endeavours into a delightfully laid-back sound.

Who’s GALA DROP and where did everything start?

Afonso Simões: Gala Drop started around Galeria Ze dos Bois in Lisbon in 2003 with Nelson and Tiago as kind of a exploratory drony duo kneeling down a lot of pedals and effects. I was invited in 2005 to play at an art exhibit of our friend Pedro Barateiro and ended up joining the band permanently. Around this time the band was a trio of drums, percussion/guitar and synths. I think we kept this formation and have been evolving a lot since then, but we have been true to our origins for sure.  There is a big love for all things rhythmic (dub, african music, house, techno, kraut rock), a certain psychedelic feel even if we don’t chase it actively and a laid backedness that comes from living where we live.

You are pretty involved in the scene in Portugal, what’s hot there right now? Principe Disco comes to mind. Can you give us some more cool artists? What’s the next big thing besides Gala Drop?

Afonso Simões: For me personally there is a lot of incredible things going on, but it’s all quite separate / isolated – aside from Principe – which is more cohesive aesthetically. Portuguese are dilettante in nature; and there is a generation of 20 something young guys/girls that do amazing music under the umbrella of a label called Cafetra. It ranges from psych/garage (Pega Monstro), noise/punk (Putas Bebadas), electronic beats/weirdness (Iguanas, Kridinhux, Rabu Mazda, Go Suck a fuck). There is some weird super unique electronica  here such as Tropa Macaca, Ondness, Yong Yong. There is one solo guitar player called Norberto Lobo who crosses the tradtition of portuguese music, with bossa nova, fingerpicking / Rural blues with bossa nova, and avant-garde innovations such as Jim O’ Rourke. There are great free-jazz/improvised musicians such as Gabriel Ferrandini, Pedro Sousa, Rodrigo Amado, Miguel Mira, Manuel Mota, etc,etc.

You are DJ-ing in ACUD MACHT NEU on sunday, a place with quite some history: It was a squat in the 90s and is now located in a super gentrified area in Berlin as a kind of last resort for the arts. Are there similar developments in Lisbon?

Jerry Nelson: Lisbon has changed a lot in the last 10-15 years. When I started working as promoter in 2003, you almost didn’t have options where to play music or at least a place where bands that were trying out new ideas could play. But after two years of great persistence and an intense agenda at the Galeria Zé dos Bois I have a clear picture of the change in the city. Gala Drop is an example of that. We have a bigger sense of community now and feel more connected with the city and the country, which I believe is great. At this point there are more options. You can still find great shows happening at Zé dos Bois, but you can also go to Music Box, Casa Independente, Lounge Bar or look for local for independent promoters schedules that host shows on different new locations

Here are 5 Tracks Gala Drop have used to start DJ Sets with before, to get you in the mood for sunday:

 

tracks selected by Jerrald James

Interview: Michael Aniser

FRI 6.3 // ACUD CLUB // 22:00 // 8€
What is Mideast Futurism?
A brief chat with DJ Zhao

MIDEAST FUTURISM with
TROPIKAL CAMEL (Live)
PHAROAH CHROMIUM (Live)
DJ ZHAO

rsvp on facebook

“All over the Middle East rises new musical movements channelling the future into the roots of Arabic music. New genres emerge as electronic sounds meet distorted Arabic percussion, uplifting bass mixes with hypnotic Debka synthesizers, hard hip hop confronts chopped belly dance samples, high pitched Mawal vocals over rough drum loops. These movements live in the deep dark basements of Beirut and Ramallah, Rabat and Istanbul, and in the Arab diaspora all around Europe, with musicians discovering their homeland culture. A way to (re)discover cultural identity and create new identities, these movements also reflect social change, and the wish of young Arabs to integrate into western traditions and still keep the their unique culture, taking pride in their heritage but also pushing it beyond, into the future. Arabic music is descent of distinct tribal cultures, from the Dvol drums of Kurdistan to the Berber music of Morocco, these forms travel through time and space, into oscillators and drums machines, creating bold new forms today – MIDEAST FUTURISM.” – Leo Zhao

MIDEAST FUTURISM

DJ Zhao is the man behind Mideast Futurism, a Party that focuses on Sufi-Bass, Bedouin Noise, Berber-Tech, Electro-Chaabi, and Dabke-Club. And blurs the lines between East and West. We asked him a couple of questions leading up to the Event on Friday which celebrates “in Die Hafla” – the first release of Rocky B’s project The Tropikal Camel on Folcore Recordings.

What does MIDEAST FUTURISM stand for exactly? The name implies a break with traditions and also a certain coldness through machinery – how does that fit with arabic music, which is often perceived as mostly analog and warm? 

As we have realized since misguided early 20th Century episodes of self deception from where the term “Futurism” comes, a clean, or perhaps any kind of, break with history is quite impossible (those deluded Italian Futurists were of course continuing pictorial and aesthetic traditions even as they imagined themselves to be totally destroying history). So in light of this, Mid East Futurism is a more enlightened Futurism, one which builds on the fantastic musical forms and methods of North Afrikan and Middle Eastern traditions. Machines can be very warm, but there is certainly a coldness and darkness in Arabic music: icy flutes, hard edged rhythms, and stern darbuqa drums… and nearly everything is in psychoactive “minor keys”, somber and foreboding. MidEast Futurism is also about revealing the “futuristic” qualities contained in traditional music — minimalistic, driving rhythms, advanced arrangement of sounds that are very much related to modern dance music.

Who is Rocky B?

Rocky B is a mysterious producer, MC, and boxing champ from an illustrious lineage of Moorish conquerers, whose Moroccan ancestors have, since the Islamic Empire which ruled Western Europe for 800 years, taken root on disparate shores such as Iraq, Yemen, Spain, Israel, and Austria. Rocky B is a nomad, a force of nature, a fearless sonic adventurer born of fire and conflict.

Where is this movement taking place geographically? 

MidEast Futurism is as decentralized and hydra-headed as the Kurdish Peshmerga (پێشمەرگە) guerilla organizations waging all out war against ISIS.  Multiple hybridizations developing out of local heritage form a field of non-hierarchical relationships, with temporary and ever shifting entry and exit points: a complex latticework of home grown innovation.  Most of the people making music that can be loosely described as MidEast Futurism are entirely underground, such as the Dubstep scene in Istanbul, or the various nodes of diasporic creativity scattered all over the globe. But we also have of course more visible electronic music from the Middle East such as the Electro Chaabi of Egypt, or the super infectious grooves of modern Dabke from Syria, Lebanon, Jordan, and Palestine.

What’s Berber Tech, Electro-Chaabi and Dabke-Club is?

Berber music traditions from the Sahara regions are ancient and wide ranging.  21st century interpretations of Berber styles such as Acid Gnawa evolves out of Morocco and Algeria, and connects with various kinds of Electronic music that Berliners know and love. Electro Chaabi is a contemporary update of traditional Egyptian dance and party music popular at weddings, with elements of Electro, Trap, and even Juke/Footwork, as well as often radical revolutionary political messages. Dabke Club describes the recontextualization of this folk form popular all over Arabia, traditionally accompanying circle and line dancing, in Urban clubs.

Can you recommend some artists we should watch out for? Maybe a Top 5 Youtube playlist?

1. MuslimGauze – Every Grain Of Palestinian Sand

2. Sarantis – Karami

3. Fatima Al Qadiri – Hydra

4. الشعب يريد 5 جنيه رصيد

5. Islam Chipsy – Egyptian Local music 8bit

Interview: Michael Aniser